SI-Präfixe vs. IEC-Binärpräfixe und warum Deiner 1TB Festplatte immer 69GB fehlen

Häufig stoße ich auf Probleme mit korrekten Angaben von Datenvolumen und Übertragungsgeschwindigkeiten. Hiermit möchte ich versuchen, dem interessierten Leser einen Einblick in dieses etwas verwirrende Thema zu geben.

Jeder kennt SI-Präfixe. Es handelt sich dabei um die international definierten (SI abgekürzt für französisch Système international d’unités) Dezimal-Präfixe, die einem bei physikalischen Einheiten begegnen.

Datenmengen erfordern jedoch aufgrund des Binärsystems ein anderes System, welches 1998 von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission, kurz: IEC, als Norm beschlossen wurde. Im Gegensatz zum SI-System verwendet man also Zweier- anstatt Zehnerpotenzen.
In der Wikipedia findet man eine gute Übersicht, an welcher man gut erkennt, dass die Abweichungen zwischen beiden Präfixnormen anfangs noch relativ gering ausfallen, aber mit zunehmender Potenz (und damit in jüngerer Zeit mit großen Datenmengen) immer größer werden.

Manchmal treffe ich auf die Behauptung 1 MB seien 1024 KB. Das ist streng gesehen falsch (nun leicht zu begreifen: 1 MB = 1000 KB) und hat sich leider genauso eingebürgert wie das unsinnige Verhalten von Microsoft Windows, intern korrekt mit IEC-Normen zu rechnen, dann aber dem User von Megabyte zu erzählen, wo eigentlich Mebibyte gemeint sind.

Genau das ist die Ursache für offenbar fehlendeSpeicher bei großen Festplatten. Wenn Hersteller von 1 TB Speicher sprechen, sind da auch 1000 GB drauf. TB und GB sind aber genau die Präfixe, die ja bei Speichermedien nicht zum Einsatz kommen sollten. 1000 GB entsprechen nicht 1000 GiB, sondern 1000^4 / 1024^3 GiB = 931 GiB.
Da Windows nun aber weiterhin von 931 GB spricht, impliziert das irrtümlich einen Verlust. Wünschenswert wäre also, dass Hersteller Datenmengen in Mebi- und Tebibyte angeben würden.

Im Prinzip meint in meinem Umfeld jeder Mebibyte, wenn er von Megabyte spricht. Auch Downloadgeschwindigkeiten werden in KiB/s bzw. MiB/s angegeben.
Daher möchte ich mich am Ende noch den ominösen DSL Geschwindigkeiten annehmen, die zwar jeder sicher benennt, aber nicht jeder genauso gut versteht.
Provider sprechen in Bits, nicht Bytes, denn so kann man mit noch größeren Zahlen werben. Super!

Beispiel 16000er DSL. Was ist nun hier die effektive Downloadgeschwindigkeit?
Die Provider meinen 16000 KBit/s. Das sind 16 MBit/s = 16/8 MB/s = 2 MB/s.
Nun noch in Mebibyte überführen. 2*1000^2/1024^2 MiB/s1,9 MiB/s.

Für schnelles Kopfrechnen bietet sich an, die Tausend einfach wegzulassen und dann durch 1,048576 * 8 = 8,39 zu teilen. Somit kennt man seine maximale Downloadgeschwindigkeit in MiB/s, von denen man dann (fälschlicherweise) in Megabye pro Sekunde spricht.

2000er DSL liefert also einen Downstream von 2/8,39 MiB/s = 0,24 MiB/s.
6000er DSL analog 6/8,39 MiB/s = 0,71 MiB/s.
50000er DSL analog 50/8,39 MiB/s = 5,96 MiB/s.

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