Gesetzliche Krankenkassen und die Pseudomedizin

Ich werde bald 25 und entfalle somit der Gunst einer kostenlosen Familienversicherung.
Zeit, mir eine Krankenkasse auszusuchen, die sich auf die Kostenerstattung evidenzbasierter Medizin beschränkt. Bequem wäre natürlich das Verbleiben bei der AOK Plus, leider ist das mit diesem Anspruch nicht möglich. Dort heißt es:

So kompliziert der Name Homöopathie auf den ersten Blick vielleicht auch scheint, das Prinzip der über 200 Jahre alten Heilkunst ist denkbar einfach. Die Selbstheilungskräfte im Körper werden aktiviert und machen uns wieder gesund. Kein Wunder also, dass Homöopathie mehr und mehr Freunde gewinnt und als Alternative zur sogenannten Schulmedizin akzeptiert wird.

An anderer Stelle behauptet man zwar bei der Bach-Blütentherapie:

Da eine Wirksamkeit der Bachblüten wissenschaftlich nicht nachvollziehbar ist und bisher auch in keinem Fall nachgewiesen werden konnte, übernimmt die AOK die Kosten für eine solche “Therapie” nicht. Hier gilt der Grundsatz, die Versichertengemeinschaft nicht mit Ausgaben für wirkungslose Verfahren zu belasten.

Leider endet die Verschonung der Versichertengemeinschaft der AOK Plus bei Homöopathie, Anthroposophie und Osteopathie. Dabei steht es den gesetzlichen Krankenkassen selbstverständlich zu, Arzneimittel ohne belegter medizinischer Wirksamkeit nicht zu bezahlen.

Es stellt sich jedoch heraus, dass nach Nachfrage durch die Skeptiker bei Psiram 95 von 98 befragten Krankenkassen mindestens ein paramedizinisches Verfahren im Angebot haben (Übersicht als PDF, Stand 2014). Die BKK Vital fällt in der Übersicht positiv auf. Leider kann ich mich dort aufgrund meines Wohnortes nicht versichern lassen. Darüber hinaus muss ich nun den obigen Anspruch tatsächlich lockern, es gibt schlicht keine andere Wahl.
Wenigstens der Homöopathie kann man auch in Sachsen entfliehen…

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2 Responses to Gesetzliche Krankenkassen und die Pseudomedizin

  1. thonigma says:

    Du musst das positiv als Investment zur Reinigung des Genpools sehen ;)

    • duxon says:

      Ich bin ja kein Sozialdarwinist. Die Krankenkassen sollten imho einfach glaubwürdig handeln und nicht dem Druck der kostenattraktiven jungen Homöopathieanhänger nachgeben. Die kommen auch zum großen Teil aus unseren Unis. Aus den Unis!

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